Fotogalerie

August 6, 2009 - Hinterlasse eine Antwort

Dies soll, nach so vielen Landschaftsbildern, zeigen, dass wir auch in der Gruppe unseren Spaß hatten. Es handelt sich um eine Auswahl der schönsten Fotos von allen Studenten.

20-07-2009

Juli 20, 2009 - Eine Antwort

Dies ist der letzte schriftliche Eintrag dieses Blogs (ich werde bei Gelegenheit noch eine Fotogalerie der besten Fotos nachreichen, die nicht von mir, sondern von anderen Kursteilnehmern gemacht wurden). Genau so wie ich diesen Blog mit einem grandiosen Eintrag enden lassen will wollte ich meinen Aufenthalt auf Svalbard mit einem Knall enden lassen. Also bin ich auf die größte Wanderung meines Aufenthaltes gegangen. Leider waren sowohl Till als auch Anna nicht in der Stimmung um 9 h morgens mit mir wandern zu gehen, also ging ich wieder allein. Einerseits schade, weil es eine schöne Wanderung war, andererseits auch ganz gut, so konnte ich bestimmen wie schnell gelaufen wird und wann eine Pause und vor allem wann keine Pause gemacht wird. Die Gipfel, die ich bestiegen habe heißen Platåberget, Nordenskiöldfjellet, Teltberget, Hiertafjellet, Trollsteinen und Sarkophagen – einige, die ich nicht zum ersten Mal erklommen habe. Die Stimmung war vergleichbar mit der Stimmung von der Wanderung auf den Trollsteinen vor einer Woche und doch ein bisschen anders. Denn die Planung der Wanderung hatte einen großen Unterschied. In der Route, die ich mir vorgenommen hatte, gab es einen Aufstieg und einen Abstieg von denen ich nicht wusste, ob man sie überhaupt begehen kann. Die Stelle lag, egal wie rum ich die Runde gelaufen wäre etwa in der Mitte und war von Longyearbyen und den Gipfeln auf denen ich vorher schon war nicht einzusehen und deshalb auch nicht einzuschätzen. Wenn ich also Pech gehabt hätte, hätte ich denselben Weg, den ich gekommen wäre, wieder zurücklaufen müssen. Ganz ungefährlich war vor allem der Abstieg nicht, aber ich bin heil ab- und wieder aufgestiegen. Von den 9 Stunden, die ich für die etwa 23 km mit etwa 1600 m überwundenen Höhenmeter gebraucht habe habe ich 8 ½ Stunden keinen Menschen gesehen. Erst als ich am Trollsteinen angekommen war traf ich zwei Damen.
Alles in allem war die Wanderung ein würdiger Schluss zu einem tollen Aufenthalt in der Arktis. Morgen heißt es dann um 3 h morgens den Bus zum Flughafen erwischen – der Flieger geht um 4:50 h Zurück in die Zivilisation. Allen Freunden und der Familie, die mich ab und zu durch Chats, Telefonate und Zockereien daran erinnert haben, dass es die „alte“ Welt noch gibt will ich herzlich danken. Zusätzlich will ich allen Bloglesern danken. Ich weiß, dass ich den Blog hauptsächlich für mich geschrieben habe und daran hat sich auch nichts geändert, aber es tut gut, wenn man sieht, dass der eigene Blog auch gelesen wird.

- And whither then? I cannot say.

Ps. Vielleicht füge ich Bilder vom Flug nach hause noch ein.

Stor tur - 01 (Platåberget, die  Kugel sorgen in Longyearbyen für eine recht flotte Internetverbindung)

Stor tur - 01 (Platåberget, die Kugeln sorgen in Longyearbyen für eine recht flotte Internetverbindung)

Stor tur - 02 (auf dem Weg zum Nordenskiöldfjellet - der schneebedeckte Gipfel im Hintergrund, 1050 m ü. NN.)

Stor tur - 02 (auf dem Weg zum Nordenskiöldfjellet - der schneebedeckte Gipfel im Hintergrund, 1050 m ü. NN. Auf diesem Kamm hat es so stark gewindet, dass meine Windmütze nicht ausgereicht hat und ich in meine Kapuze verschwinden musste.)

Stor tur - 03 (Auf dem Gipfel eine kleine Hütte mit meteorologischen Messgeräten und mir wie ich eine kleine Pause mache.)

Stor tur - 03 (Auf dem Gipfel eine kleine Hütte mit meteorologischen Messgeräten und mir wie ich eine kleine Pause mache.)

Stor tur - 04

Stor tur - 04

Stor tur - 05 (auf dem Weg zu Teltberget. Deswegen nie zu nah an die Kante gehen!)

Stor tur - 05 (auf dem Weg zu Teltberget. Man sieht es hier nicht, weil ein Maßstab fehlt, aber das Überstehende kann locker 10 m hoch werden. Deswegen nie zu nah an die Kante gehen!)

Stor tur - 06 (links hinter mir der Hiertafjellet. Doch bevor ich den Gipfel erreichen kann...)

Stor tur - 06 (links hinter mir der Hiertafjellet. Doch bevor ich den Gipfel erreichen konnte...)

Stor tur - 07 (musste ich den linken Hang runter und den rechten Hang wieder hoch)

Stor tur - 07 (...musste ich den linken Hang runter und den rechten Hang wieder hoch)

Stor tur - 08 (vom Hiertafjellet immer auf dem Grat entlang zum...)

Stor tur - 08 (vom Hiertafjellet immer auf dem Grat entlang zum...)

Stor tur - 09 (...Tollsteinen, wo ich die ersten Wanderer treffe. Bemerkung: es ist bereits 16 h.)

Stor tur - 09 (...Tollsteinen, wo ich die ersten Wanderer treffe. Bemerkung: es ist bereits 16 h.)

Stor tur - 10 (Ein letztes Bild vom Larsbreen und dann im Eiltempo den schon bekannten Weg vom Sarkophagen nach hause.)

Stor tur - 10 (Ein letztes Bild vom Larsbreen und dann im Eiltempo den schon bekannten Weg vom Sarkophagen nach hause.)

14-07-2009

Juli 16, 2009 - Hinterlasse eine Antwort

Es gibt wenig, was sich mit einer ganztägigen Wanderung vergleichen lässt, bei der man alleine im Sommer auf verschneite Berge und über schmelzende Gletscher läuft. Diese einzigartige Erfahrung wurde von bestem Wetter begleitet. Am Anfang läuft man etwas aufmerksamer. Man lädt das Gewehr halb. Man achtet auf Geräusche und sieht sich ab und zu um. Man kann sich diesmal nicht darauf verlassen, dass andere den Eisbären sehen. Man muss ihn selbst sehen und zwar bevor es weh tut. Mit diesen Gedanken bin ich mit Gewehr morgens losgegangen und wusste nicht, dass die größte Schwierigkeit zum Ende des Tages auf mich im Tal warten würde, wenn meine Baracke schon wieder in Sichtweite liegt.
Mit Frohsinn im Kopf und Gebäck im Gepäck machte ich mich also auf zu meinem ersten Gipfel des Tages – Sarkophagen (Übersetzt, man mag es kaum glauben: Der Sarkophag).

Trollsteinen - 01 (im Hintergrund mein erster Gipfel)

Trollsteinen - 01 (im Hintergrund mein erster Gipfel)

Beim Überqueren des Schmelzwasserstroms, der vom Larsbreen (der Larsgletscher) ins Tal fließt, hatte ich das Glück, dass gerade eine Gruppe Touristen mit Guides denselben Fluss überqueren musste. Die Guides hatten eine Leiter dabei, die als Brücke diente.

Trollsteinen - 02

Trollsteinen - 02

Sarkophagen diente als gute Aufwärmphase. Noch war nichts besonders an diesem Trip. Ich hatte noch nicht genug Zeit, die Einflüsse von außen wirken zu lassen. Vom Sarkophagen aus konnte ich meine Route bis hoch zum zweiten Gipfel meines Tages sehen – Trollsteinen (übersetzt, man mag es kaum glauben: Der Trollstein). Den Namen hat er bekommen, weil eine Gesteinssäule genau auf dem Gipfel steht, die noch nicht wegerodiert ist. Von weitem kann man die genaue Kontur der Säule nicht erkennen und so wurde die Säule zum Troll, der durch Tageslicht, wie in den Büchern von J. R. R. Tolkien, zu Stein erstarrt war. Ab hier gönnte ich mir, wegen der guten Übersicht über das Gelände, Musik. Und ab dem Zeitpunkt war es ein Hochgefühl, weswegen einige Titel hier genannt werden sollten (wen es nicht interessiert, einfach überlesen: Fleetwood Mac – Go Your Own Way, das Forrest Gump Theme, Jackson Browne – Running On Empty, The Weepies – World Spins Madly On, Philipp Poisel – Als Gäb’s Kein Morgen Mehr, The Shins – Phantom Limb, The Shins – New Slang, Damien Rice – Cannonball, Three Dog Night – Joy To The World; letzteres eigentlich nur wegen des Anfangs vom Lied).

Trollsteinen - 03 (ganz rechts im Bild ist der Gipfel)

Trollsteinen - 03 (ganz rechts im Bild ist der Gipfel)

Um die Hänge des Trollsteinen zu erreichen führte mein Weg über den Larsbreen, der, nach Auskunft der UniS Safety Instructor, keine Gletscherspalten hat. Der Weg über den Larsbreen entpuppte sich als das körperlich meistanstrengende meines bisherigen Aufenthaltes auf Svalbard. Bei jedem Schritt bis zum Knie einzusinken und manchmal das Bein dabei in eine Suppe aus Schmelzwasser und Eis zu halten ist eine Erfahrung, die man nicht häufig macht – vielleicht weil es einfach unangenehm ist.

Trollsteinen - 04

Trollsteinen - 04

Nach dem Gletscher ging der restliche Aufstieg, auch wenn es noch ein ganzes Stück nach oben war, zu mindest gefühlt recht flott. Oben auf dem Gipfel angekommen hat Svalbard mit einer klaren Aussicht nur so vor sich hingeprotzt. Da wurde mir klar: Svalbard muss eine Angeber-Insel sein. Klare Diagnose: Minderwertigkeitskomplex. Nur weil Svalbard nicht annähernd so viel Beachtung zuteil kommt, wie anderen Inselgruppen. Mir war es recht so.

Trollsteinen - 05

Trollsteinen - 05

Trollsteinen - 06

Trollsteinen - 06

Trollsteinen - 07 (der Namengeber im Vordergrund)

Trollsteinen - 07 (der Namengeber im Vordergrund)

Der Abstieg ging singend im Jogg-Tanz-Schritt sehr viel schneller als erwartet – einen Teil des Hanges konnte ich auf meiner GoreTex-Jacke auf meinem Hintern runterrutschen. Bis ich wieder zum Larsbreen kam hatte das Wasser in meinen Stiefeln schon längst Körpertemperatur angenommen, so dass die Gletscherüberquerung wieder ein nicht nur nasses, sondern auch kaltes Erlebnis war. Mir war es wurscht. Denn gute Laune hält warm. Ich habe mir sogar die Zeit genommen noch Zeichen in den Gletscherfirn zu laufen.

Trollsteinen - 08

Trollsteinen - 08

Unten im Tal angekommen verzögerte sich meine Rückkehr um etwa eine Viertelstunde, weil es einfach keinen Weg zurück über den Fluss gab. Die Touristengruppe war natürlich nicht wieder zur Stelle und die kopfgroßen Steine, die der Strom im Bett bewegte als wären es Kiesel hätten genug Kraft gehabt einen Knöchel stark zu verletzen, wenn nicht sogar zu brechen. Nach längerer Suche fand ich eine Stelle, wo ich die Möglichkeit sah ohne anschließenden Arztbesuch den Fluss zu überqueren. Vorher habe ich noch die elektronischen Geräte wie Kamera und Handy tief in den Rucksack gepackt und das Gewehr entladen – man weiß ja nie. Kurz und schmerzlos: Ich möchte das Wort Gazelle vermeiden, weil ich doch ein bisschen nass wurde, aber als ich nach hause kam hatte ich das Gefühl die Dusche verdient zu haben.

Trollsteinen - 09

Trollsteinen - 09

Glück gleicht durch Höhe aus, was ihm an Länge fehlt.

11-07-2009

Juli 11, 2009 - Eine Antwort

Geschafft! Wie? Weiß ich noch nicht. Wenn ich an die letzte Woche zurückdenke fällt mir nicht mehr viel ein von dem was ich gemacht habe. Das liegt nicht etwa an dem lustigen Umtrunk gestern Abend, sondern daran dass ich nur drei verschiedene Sachen gemacht habe. An Zeitkonsum gemessener Reihenfolge wird es etwa Lernen-Lesen, Schlafen, Glotzen (zum ablenken) gewesen sein. Insgesamt war die Woche dementsprechend recht unspektakulär. Ich habe eine Präsentation gehalten, die relativ gut gelaufen ist und ich habe eine Klausur geschrieben, die suboptimal verlief. Was das hier in Norwegen in Noten heißt, kann ich nicht sagen.
Das Erste, was nach der Klausur auf dem Plan stand war ein Bier. Die Standfestigkeit von nur einem Bier ist bekanntermaßen schwach, also sind wir bald zum nächsten übergegangen. Neben Bier hat eine für mich erstaunliche Diversität an Alkoholika den Weg in meinen Magen gefunden. Weißwein, Cuba Libre, Whisky, Champagner, „Bucket“ (ich denke der Name spricht für sich), Wodka Redbull zum Abschluss noch ein Bayer (irgendein dunkles Bier). Im Bett hat um 6 h ein packendes Duell mit knappem Ausgang im Balancieren angefangen – Ich vs. Bett. Die Trophäe für meinen Sieg hieß magere drei Stunden Schlaf. Naja, man nimmt was man kriegen kann.
Heute war ein schöner Sommertag (fast T-Shirt, fast Shorts, fast geschwitzt – also echter Hochsommer). Den letzten Tag zusammen haben wir mit einem Kaffee, einem Eis und Gebäck in der Sonne verbracht. Das fühlt sich gut an, wenn man der Meinung ist, dass man sich es ehrlich verdient hat.
Allerdings war es das auch schon was für die gesamte letzte Woche zu berichten ist.

Huset - 01 (Prost!)

Huset - 01 (Prost!)

Huset - 02 (Nochmal Prost!)

Huset - 02 (Nochmal Prost!)

Huset - 03 (v.l.n.r. weil man sie kaum erkennt: Abi, Anna, Nicole)

Huset - 03 (v.l.n.r. weil man sie kaum erkennt: Abi, Anna, Nicole)

Huset - 04 (so fies scheint einem hier die Sonne ins Gesicht, wenn man von dem Club nach hause kommt.)

Huset - 04 (so fies scheint einem hier die Sonne ins Gesicht, wenn man von dem Club nach hause kommt.)

30-06-2009 to 3-07-2009 Svea Trip

Juli 4, 2009 - Eine Antwort

30-06-2009

Svea Tag 1
Gestern Abend sind wir mit einer Dornier 228 (dasselbe Modell fliegt für das Alfred-Wegener-Institut in der Antarktis unter dem Namen Polar 2) von Longyearbyen nach Svea geflogen. Svea ist eine sehr kleine Siedlung, die es nur wegen einer Kohlemine gibt. Die Kohlemine ist letztes Jahr die Kohlemine mit den meisten geförderten Tonnen Kohle auf europäischem Boden gewesen. Es war ein Erlebnis, obwohl die Sicht nicht wirklich atemberaubend war. An diesem Abend ist ansonsten nicht mehr viel passiert. Wir haben Quartier bezogen und sind nach kurzem Austoben in der Sporthalle ins Bett gegangen.

Svea - 01 (noch am Flughafen von Longyearbyen, wo man noch selbst für das einladen seines Gepäcks in das Flugzeug verantwortlich ist!)

Svea - 01 (noch am Flughafen von Longyearbyen, wo man noch selbst für das Einladen seines Gepäcks in das Flugzeug verantwortlich ist!)

Heute wollten wir gleich den am weitesten entfernten Aufschluss zu Fuß erreichen. Blöd war nur, dass es die ganze Zeit geschneit hat. Bei der Gelegenheit habe ich deutlich erfahren, dass meine neue Jacke wasserdicht ist und meine Hose nicht. Der Schnee ist nur ab einer Höhe knapp über uns liegen geblieben. Es ist hier schließlich Hochsommer. Dumm war nur, dass unsere Aufschlüsse alle ein Stück den Hang rauf lagen. Der Bergrücken, an dem wir die Aufschlüsse erreichen wollten war demnach zugeschneit und deswegen zu gefährlich, um diesen in Angriff zu nehmen. Also, haben wir Mittagspause im stehen gemacht und sind dann zurückgelatscht. Nach ca. 12 km in Schnee und Wind durch Matsch, Geröll und Schutt haben wir die nassen Klamotten gewechselt und haben den Tag gemütlich mit zwei Vorlesungen ausklingen lassen. Eins muss man den Minenarbeitern lassen: Die haben hier superstarken, warmen Kakao.

Svea - 02

Svea - 02


Svea - 03

Svea - 03


Svea - 04

Svea - 04

1-07-2009

Svea Tag 2
Ach du Literpott. Das halbe Jahr schon rum und noch nichts geschafft. Ähnlich lief es auch hier ab. Mit riesigen Plänen ins Gelände gezogen. Dann hat es wieder angefangen zu schneien. Der Schnee schmolz und das Schmelzwasser hat den Berg bröckeln lassen, so dass wir unsere Arbeit am Hang wegen Steinschlag abbrechen mussten bevor sie begonnen hatte – was hätte Carglass GmbH wohl dazu gesagt? Kein gutes Gefühl, wenn der Berg beim Abstieg mit Steinen nach einem schmeißt – auch mit Helm. Der Ausweichplan war eine Führung durch die Kohlemine, die der Grund für diese Siedlung im Niemandsland ist. Hierzu gibt es leider keine Bilder, weil Fotoapparate und Mobiltelefone streng untersagt waren. War aber ganz nett da drin – zu mindest das Wetter war besser.

Svea - 05

Svea - 05

2-07-2009

Svea Tag 3
Nach den zwei etwas verkorksten Tagen im Gelände brauchten wir mal wieder einen Tag an dem geologisch auch was dabei rumkommt. Also haben wir von „Store Norske“, die Firma, die die Kohlemine betreibt, die Bohrkerne bekommen. Von 9:30 h bis 17 h standen und arbeiteten wir zu 9. in einem Raum, in dem sonst nur einer arbeitet. Das war nach einer gewissen Zeit echt nervig. Und danach wurde es nicht besser, da noch ein echt schlechter Aufschluss, eine Diskussion und eine Vorlesung anstanden. Wir sind gegen 23 h mit der Arbeit fertig geworden und nicht eine Minute hat wirklich Spaß gemacht. Das war mit Abstand der schwierigste Tag bisher.

Svea - 06 (da war die Laune noch gut)

Svea - 06 (da war die Laune noch gut)


Svea - 07 (Rita beim gimpen)

Svea - 07 (Rita beim gimpen)

Und wie das so ist, wenn man zu lange mit Sachen beschäftigt wird, die nur von minderem Interesse begleitet werden kommt es unter Studenten häufig zu friedlichen Revolten. Diese manifestierte sich so:

Svea - 08

Svea - 08

Und hier die einzige Entschädigung für den sehr anstrengenden Tag:

Svea - 09 (mit Blick auf das wahrscheinlich nördlichste Watt der Erde)

Svea - 09 (mit Blick auf das wahrscheinlich nördlichste Watt der Erde)

3-07-2009

Svea Tag 4
Wie das so ist. Auf schlechte Tage folgen gute Tage. Heute Morgen sind wir mit herrlichem Wetter nach Longyearbyen zurückgeflogen, um uns weitere Bohrkerne anzugucken und eigentlich die gleiche Arbeit wie gestern zu verrichten. Der Unterschied war, dass wir diesmal draußen arbeiten konnten. Das heißt wir hatten genug Platz, die Sonne im Nacken und – man glaubt es kaum – mit Mücken zu kämpfen. Es waren extrem viele. Da fragt man sich doch was die wohl fressen, wenn sie nicht gerade Geologen verspeisen. Das Ende vom Lied war, dass wir uns alle wieder bis oben hin angezogen haben, was echt schade war, denn die 10 °C hätten Arbeiten im T-Shirt zugelassen. So gegen 18 h kamen wir endlich wieder in unsere Baracken und ließen den Freitag Abend gebührend beim „Friday Gathering“ in dem UniS ausklingen, nur um später zu einem deliziösen Schokokuchen von Ingrid und Nicole (beides Teilnehmerinnen im Kurs) heimzukehren. Der Tag, im speziellen der Abend, war super.

Svea - 10

Svea - 10


Svea - 11

Svea - 11

27-06-2009

Juni 27, 2009 - Hinterlasse eine Antwort

Die letzten Tage, inklusive dem heutigen, waren sehr viel Arbeit. Zusätzlich dazu ist das Internet in den Baracken permanent ausgefallen. Gestern hat es wieder funktioniert, hat sich dann aber doch dazu entschlossen wieder nicht zu funktionieren, so dass ich keinen neuen Blogbeitrag schreiben konnte, was wahrscheinlich gut für die Qualität des Blogs ist. Ich wüsste nicht was es zu berichten gibt über die letzten Tage – abgesehen von gestern. Mir geht es wieder gut. Die Laune im Kurs ist tippitoppi. Die Menge an Arbeit ist recht hoch (ihr glaubt nicht wie viel Zeit man mit Rippeln verbringen kann). Vorgestern war ich mal eine Runde joggen: Awesome! Hat richtig Bock gemacht mal wieder gelaufen zu sein – und das in Longyearbyen. Es ist schon was Besonderes in kurzen Hosen durch die Arktis zu ballern. Als ich nach hause kam habe ich mir noch schnell etwas zu essen gemacht – wieder ohne Fleisch, ich brauche Fleisch! – und danach gab es Zimtrolle frisch aus dem Ofen, weil eine Kommilitonin sich kurzfristig dazu entschlossen hat welche zu machen. Ich kann euch sagen: klappergeil, und dazu eine Kugel Eis! Dann noch alle zusammen zwei Folgen „How I Met Your Mother“ geglotzt (ich habe sie alle süchtig gemacht!), besser wird’s nicht.

Seit meinem letzten Eintrag waren wir zweimal im Gelände. Einmal am Dienstag und einmal gestern. Am Dienstag sind wir grad zwei Täler weiter von hier gewesen, in der Nähe von dem Ort, wo die Gruppe ohne mich (wegen Krankheit ausgefallen) schon einmal gearbeitet hat. Das hat mir ganz gut gepasst, so konnte ich einiges an Arbeit, aber vor allem an Erlebnissen nachholen(siehe Bilder). Unendlich spannend war es nicht.

Todalen - 01

Todalen - 01

Todalen - 02

Todalen - 02

Aber gestern sind wir den Fjord, der direkt vor der Tür liegt eine Stunde in diesen obersexy Survivalsuites mit einem Zodiac hochgefahren. Danach sind wir zu Fuß mehr oder weniger den Berg stracks rauf gelaufen (ca. 50° Hangneigung). Irgendwann kriegt man das Gefühl, dass wenn man jetzt fällt, man erst im Fjord aufhört zu purzeln. Ja, das kribbelt am Anfang bisschen (siehe Bilder – vielleicht wird es bald Videos geben, aber da kämpfe ich noch mit technischen Schwierigkeiten).

Isfjorden - 01 (immer Windschatten aufsuchen wenn möglich)

Isfjorden - 01 (immer Windschatten aufsuchen wenn möglich)

Isfjorden -02

Isfjorden -02

Isfjorden - 03

Isfjorden - 03

Isfjorden - 04

Isfjorden - 04

Dieser tierisch kalte Tag endet gemütlich um 3 h nachts und mit einem kleinen Spaziergang mit schweren Beinen vom Pub zu den Baracken. Es gibt immer wieder Momente, in denen man sich fragt, warum man sich das eigentlich alles antut. Die Antwort lautet: Damit man immer neues erlebt. Ich habe heute Hände gehabt, die von Ozeanwasser und Fahrtwind so kalt waren, dass ich sie kaum bewegen konnte, mein Gesicht hat ein Gischt-Staub-Salz-Peeling bekommen bis meine Gesichtsmuskulatur steif war und ich habe heute mehrere Stunden in einem Wind verbracht, der einem die Wärme aus den Gliedern zieht, doch trotzdem würde ich den Tag nicht gegen einen schönen Sommertag in Frankfurt tauschen wollen. Der Tag war grandios.

21-06-2009

Juni 21, 2009 - Eine Antwort

21-06-2009

So ein Käse. Kaum eine Woche in der Arktis schon krank. Und das am Wochenende vom Mittsommerfest. Am Freitag haben wir den ganzen Tag – also schön von 9 – 19 h – Sedimentkerne aufgenommen. Irgendwann hört auch da der Spaß auf, vor allem, wenn man schon am schwächeln ist. Am Samstag sollte genau dasselbe passieren nur mit einer anderen Formation und im Gelände an einem Aufschluss anstelle von Bohrkernen. Doch ich war zu krank. Dass ich zu hause geblieben bin war vernünftig. Es kam einer Ein-Zwei-K.O.-Kombo gegen die gesammelte Mannschaft der Bazillen gleich. Heute geht es mir wieder gut – soll heißen es fühlt sich nicht mehr so an als würde meine Luftröhre beim Husten zerreißen. Trotzdem will ich euch zeigen was ich verpasst habe, denn das Wetter war eher so ein Zwischending von pittoresk, illuster und bukolisch (ja, zugegeben, ich habe Synonyme von „schön“ gegooglet).

Day One Field Work - 01 taken by Abigail

Day One Field Work - 01 taken by Abigail

Day One Field Work - 02 taken by Abigail

Day One Field Work - 02 taken by Abigail

So gegen 19 h hatte ich vom meinem Container-Räumchen die Schnauze gestrichen voll. Außerdem wollte ich wenigsten einen kurzen Blick auf die Mittsommerfeier geworfen haben, wenn ich schon mal da bin. Der einzige Nachteil: wenn man sich entscheidet hier mal in die „Stadt“ zu gehen muss man grundsätzlich mit mindestens 40 min. Hinweg und 40 min. Rückweg rechnen. Ich habe es natürlich gemacht. Wann hat man schon mal die Chance das Mittsommerfest der nördlichsten permanenten Siedlung der Welt mitzuerleben? Die anderen sind vom Gelände direkt zum Fest gegangen. Ich war also der letzte beim Fest, und auch der erste, der wieder gegangen ist – wieder so eine vernünftige Entscheidung. Trotzdem habe ich die kurze Zeit genutzt und ein paar Eindrücke für euch mitgebracht.

Midtsommerfest - 01 (hatte ich erwähnt, dass es ein großes Lagerfeuer gab?)

Midtsommerfesten - 01 (hatte ich erwähnt, dass es ein großes Lagerfeuer gab?)

Midtsommerfesten - 02

Midtsommerfesten - 02

Midtsommerfesten - 03 (im Hintergrund kann man erkennen, dass manch ein Idiot wirklich baden gegangen ist. Das Wasser hat etwa 3 °C)

Midtsommerfesten - 03 (im Hintergrund kann man erkennen, dass manch ein Idiot wirklich baden gegangen ist. Das Wasser hat etwa 3 °C)

Den Sonntag habe ich eigentlich nur mit Schokolade, Papers lesen und kurzen Glotzpausen verbracht. Ich hatte das Gefühl, dass ich schließlich 8 Stunden weniger am Kurs teilgenommen habe und jetzt mal ranklotzen sollte, plus die anderen Streber haben auch die ganze Zeit gelesen. Bilder von dieser Misere erspare ich euch gerne.
Morgen werden wir erst ein bisschen Vorlesung haben und später ins Gelände gehen. Das übergeordnete Thema der nächsten Woche: Gletscherablagerungen. Dementsprechend cool wird auch die Geländearbeit.

18-06-2009

Juni 18, 2009 - Hinterlasse eine Antwort

Dem Himmel scheint mal wieder die Sonne aus dem Arsch. Das Wetter hier am aller Wertesten der Welt ist fantastisch. Und das genau an dem Tag, an dem wir uns entschieden haben unseren ersten Trip auf den nächstgelegenen Gipfel zu machen.

Gipfeltour - 01

Gipfeltour - 01

Hier, in einer Gegend in der man nur selten einen Maßstab hat (keine Häuser, keine Autos), verschätzt man sich gerne mal mit der Entfernung und dem Höhenunterschied zwischen einem selbst und einem Gipfel, z.B. diesem.

Gipfeltour - 02

Gipfeltour - 02

Wenn man dann mal einen Maßstab hat ist man manchmal regelrecht überrascht wie bombastisch hier alles ist, z.B. hier. Vom linken Bildrand einen dicken Fingerbreit ins Bild rein, ziemlich mittig, gibt es einen wirklich winzigen dunklen Punkt. Nicht mehr als ein Schatten: das ist ein Wanderer.

Gipfeltour - 03 (zum Vergrößern, bitte aufs Bild klicken)

Gipfeltour - 03 (zum Vergrößern, bitte aufs Bild klicken)

Auf dem Weg zum Gipfel entstehen noch diese Bilder.

Gipfeltour - 04

Gipfeltour - 04

Gipfeltour - 05 (das ist derselbe Wanderer wie auf Bild Gipfeltour - 03)

Gipfeltour - 05 (das ist derselbe Wanderer wie auf Bild Gipfeltour - 03)

Gipfeltour - 06 (der erste Blick über den Grat)

Gipfeltour - 06 (der erste Blick über den Grat)

Gipfeltour - 07

Gipfeltour - 07

Gipfeltour - 08

Gipfeltour - 08

Gipfeltour - 09

Gipfeltour - 09

Auf dem Gipfel angekommen müssen wir uns auch schon bald wieder auf den Weg nach unten begeben, weil Nicole, eine PhD-Candidate aus Tromsø, die an dem Sedimentologiekurs teilnimmt, wahrscheinlich etwas Falsches gegessen hat. Ihr war sehr schlecht und der Abstieg wurde wenige Male unterbrochen, weil sie fast erbrochen hätte. Alles in allem ging es dafür aber recht reibungslos. Sie ist ganz schön tough. Sie hat das alles noch mit einem Lächeln genommen.

Heute Abend gehe ich vielleicht mal Rugby spielen. Da gibt es so ne kleine Initiative von einer Studentin hier, die unbedingt Rugby-Touch spielen will. Mal sehen wie das ist.

Puh, fertig gespielt. Wir waren ganze 5 Leute. Und ich muss da was falsch verstanden haben. So viel rumgetoucht wie erwartet wurde nicht, obwohl ich trotzdem gut ins Schwitzen gekommen bin. Kein Wunder, ich war schließlich im Zweier-Team. Vielleicht wird es davon auch irgendwann mal Bilder geben. Ich denke wir werden es noch einmal ansetzen, wenn sich die Chance für mehrere Teilnehmer bietet. Des Weiteren wird es von dem Hike heute Mittag noch weitere Fotos geben (versprochen!) auf denen man auch mich sehen kann. Quasi als Beweis, andererseits könnte ich den Blog auch von zuhause aus geschrieben haben. Aber ich werde euch wahrscheinlich auf Sonntag vertrösten, weil wir viel zu tun haben werden die kommenden zwei Tage. Ich sag nur Mitsommerfeier am Samstag Abend.

17-06-2009

Juni 18, 2009 - 2 Antworten

Oh-My-God (Herregud)! Heute war ein geiler Tag. Heute war Safetycourse-Tag. Ab heute bin ich gefährlich. Denn ab heute kann ich eine Flinte laden und abschiessen und im Eiswasser schwimmen (letzteres nur mit einem dicken Gummianzug, ersteres auch ohne). Aber alles zu seiner Zeit.
Zu Beginn des Tages haben wir eine Einführung in alle möglichen Sicherheitsangelegenheiten bekommen, z.B. Gletscherüberquerungen, Zelt-Camperrichtung, Wild-Life auf Svalbard (Füchse wg. Tollwut, Eisbären wg. Hunger), Safetyequipment und vieles vieles mehr.

Nach dem Kurs ging es zur Rifle-Range, wo wir erst in der Theorie so ein Gewehr erklärt bekommen haben und dann Trockenübungen an kalter Munition gemacht haben.

Longyearbyen - 12 (Auf dem Bild auch meine neue, obergeile Jacke. Danke Eltern!)

Longyearbyen - 12 (Auf dem Bild auch meine neue, obergeile Jacke. Danke Eltern!)

Doch bevor man mit dem Schiessen anfängt muss man zeigen, dass man am Schiessstand ist. Deswegen Fahne hissen nicht vergessen.

Longyearbyen - 13

Longyearbyen - 13

Ach ja, das ist übrigens der Blick von der Rifle-Range an diesem schönen Sommertag.

Longyearbyen - 14

Longyearbyen - 14

Es gibt auf jeden Fall beim ersten Mal mit einem solchen Gewehr einiges zu beachten, da vergisst man schon mal, dass man ja eigentlich zielen soll und dass so ein Gewehr mit einem solchen Kaliber natürlich auch einen Mords-Rückstoß hat. Und so cool das alles klingen Mag, es ist schon belastend. Erstens hat man tierischen Respekt vor diesen zum töten entwickelten Maschinen und zweitens fühlt man sich extrem gewalttätig während man am Schießen ist. Letztendlich habe ich was das schießen angeht, dank der Trainingsstunden an Flo’s PS3, recht gut abgeschnitten, so dass ich morgen derjenige sein werde der die Rifle tragen darf (ich hoffe ich muss sie nicht laden, geschweige denn anlegen). Aus demselben Grund habe auch ich jetzt die Flinte im Schrank verschlossen herumstehen.

Longyearbyen - 15

Longyearbyen - 15

Nach dem Mittagessen sind wir dann ins Nordmeer gesprungen. Mama, entschuldige bitte, ich weiß, nach dem Essen soll man eigentlich mindestens eine halbe Stunde warten. Wir sind also nach kurzer Einführung in diese tollen Suites geklettert und waren dann auch sehr bald im Fjord.

Longyearbyen - 16 (ich wahr schon immer ein bisschen langsamer)

Longyearbyen - 16 (ich war schon immer ein bisschen langsamer) taken by Abigail

Longyearbyen - 17

Longyearbyen - 17 taken by Abigail

Longyearbyen - 18 taken by Abigail

Longyearbyen - 18 taken by Abigail

Das schwerste an der ganzen Aktion war wieder raus zu kommen aus dem Wasser. Doch auch das konnte man mit der Gestrandeter-Wal-Technik lösen.

Longyearbyen - 19 taken by Abigail

Longyearbyen - 19 taken by Abigail


Longyearbyen - 20 (jawoll, alle wieder rausgekommen. Geile Erfahrung) taken by Abigail

Longyearbyen - 20 (jawoll, alle wieder rausgekommen. Geile Erfahrung) taken by Abigail

Danach sind wir Spaßeshalber in einen Fellladen gegangen. Falls es jemanden interessiert: ein Eisbärenfell einer mehr oder weniger ausgewachsenen Eisbärin kostet 80.000,- NOK (etwa 8.900,- €).

Longyearbyen - 21 (bei Interesse kann man mich kontaktieren, aber bei solch Ware würde ich ein bisschen Vermittlungskosten verlangen) taken by Abigail

Longyearbyen - 21 (bei Interesse kann man mich kontaktieren, aber bei solch Ware würde ich ein bisschen Vermittlungskosten verlangen) taken by Abigail

Ansonsten wurde nur noch gelesen und gebloggt und geglotzt.

15-06-2009

Juni 17, 2009 - Hinterlasse eine Antwort

Der erste Kurstag. Ein bisschen gespannt war ich ja schon, ob ich fachlich und sprachlich mithalten kann. Die meisten anderen sind entweder schon länger hier oder PhD-Candidates. Aber als der Kurs dann anfing verflog das Gefühl ein wenig, nicht etwa weil die andern schlechter wären, aber Maria Jensen, die Dozentin, die den Kurs leitet, ist wirklich sehr nett. Als es dann hieß, dass wir fertig wären, dachte ich „schon?“, aber selbstverständlich hat sie uns dann noch eine Literaturliste gegeben, die wir mal durcharbeiten sollen, und jedem ein Paper gegeben, dass bis zum nächsten Tag morgens kurz vorgestellt werden sollte. War ein bisschen Arbeit und der Anti-Müdigkeits-Effekt, den ich im letzten Tag beschrieben habe, hat sich definitiv bezahlt gemacht. Viel mehr gibt’s zu heute nicht zu sagen und zum nächsten Tag auch nicht. Am 17.06.2009 wird der Safety Course sein, wo wir mit Rifles schiessen lernen und im Fjord mit Survivalsuites schwimmen gehen werden. Das wird AWESOME und da wird es auch wieder Bilder geben. Das Wetter spielt übrigens ein bisschen verrückt. Es windet wie sau (die Baracken sind auf Stelzen gebaut und mein Whisky in der Flasche auf dem Tisch wackelt rhythmisch zum Haus) und schneien tut es auch.

Rudolf

Rudolf